13 August 2021

Second Life verbietet nächsten Monat Gacha-Transaktionen

Es mag sich seinem 20. Geburtstag nähern, aber Second Life ist immer noch enorm beliebt: Die tägliche Spielerzahl liegt immer noch bei über 50.000, und die eigenständige Wirtschaft hatte 2018 einen Wert von 500 Millionen Dollar. Ein großer Teil dieser Wirtschaft ist der Handel mit Kosmetika, die von den Verkäufern mit Software wie 3D Studio Max selbst erstellt werden. Zwangsläufig sind Gacha-Mechaniken weit verbreitet, bei denen Spieler beispielsweise 9 US-Dollar für die Chance zahlen können, Kosmetika im Wert von deutlich mehr als diesem Betrag zu erwerben.

Aber das wird sich jetzt ändern. Aufgrund eines „veränderten rechtlichen Klimas“ hat das Second Life-Studio Linden Lab angekündigt, dass ab dem 31. August der Kauf von zufallsbasierten Inhalten – mit anderen Worten: Gacha – gänzlich verboten sein wird. Anbieter, die Gacha-Inhalte verkaufen, müssen ihre Produkte umrüsten“, sonst werden sie ab dem 1. September strafrechtlich verfolgt. Diese Umstellung beinhaltet vermutlich die Abschaffung jeglicher Zufallsgenerierung und den Verkauf von Gegenständen auf die altmodische Art: mit einem transparenten Preis.

„Wir haben diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen und wir verstehen, dass sie sowohl die Ersteller als auch die Organisatoren von Veranstaltungen und natürlich die Käufer betreffen wird“, heißt es in der Ankündigung von Linden Lab. „Wir freuen uns auf unterhaltsame, kreative Wege des Engagements, die stattdessen kommen werden.“

Das ist eine große Sache: Einige Second Life-Institutionen wie The Arcade beruhen vollständig auf Einnahmen aus Gacha-Mechanismen, und wie ein Benutzer im Second Life-Forumsthread zu diesem Thema anmerkt, sind 30 Tage nicht viel Zeit, um ein Geschäftsmodell komplett zu überarbeiten. Laut der The Arcade-Website sind für September, Dezember und März Veranstaltungen geplant. Dies sind komplizierte Angelegenheiten, wobei das letzte Arcade-Event eine Handvoll In-World-Sponsoren hatte (diese Sponsoren, einschließlich Chez Moi, sind Second Life-Unternehmen, die sich auf verschiedene Arten von Kosmetik spezialisiert haben).

Der Schritt von Linden Lab ist dramatisch, aber er kommt inmitten des wachsenden Unbehagens an Gacha-Mechanismen und Lootboxen und der Debatte darüber, ob sie ein Glücksspiel darstellen. Der jüngste Fall ist FIFA Ultimate Team, das laut Peter Moore, Präsident von EA Sports, kein Glücksspiel ist, sondern eher mit dem „Sammeln von Zigarettenkarten in den 1920er und 30er Jahren“ vergleichbar ist. Die Beutekisten von Battlefront 2 haben das ausbeuterische Potenzial dieser Mechanik ins Rampenlicht gerückt.

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